Geldwerter Vorteil trotz Benzinkostenerstattung
Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts München illustriert die ganze Absurdität einiger Auswüchse im deutschen Steuerrecht.
Das Finanzgericht München hat entschieden, dass die Zahlungen eines Arbeitnehmers für die Benzinkosten nicht den geldwerten Vorteil nach der 1 %-Regelung mindern. Nach den Lohnsteuerrichtlinien wird aber der Nutzungswert aus der Dienstwagengestellung durch die Zahlungen gemindert, die der Arbeitnehmer an den Arbeitgeber leistet. Es ist daher eine vertragliche Gestaltung zu wählen, wonach der Arbeitnehmer nicht die Benzinkosten selbst zahlt, sondern in Höhe der erstatteten Benzinkosten Zahlungen an den Arbeitgeber leistet.

Dies bedeutet, dass der Arbeitnehmer die Benzinkosten zunächst für den Arbeitgeber verauslagt, die Benzinquittungen zur Erstattung einreicht und die angefallenen Benzinkosten vom Arbeitgeber in der monatlichen Lohnabrechnung wieder abgezogen werden. Fraglich ist, ob der Bundesfinanzhof diese sehr formalen Grundsätze des Finanzgerichts übernehmen wird, bis dahin ist jedoch eine vertragliche Gestaltung zu empfehlen, die steuerliche Risiken ausschließt.
Die neuesten Artikel aus allen Bereichen
-
- Zurückweisung von Einsprüchen zu Pensionsrückstellungen
- Unzureichende Aktenvorlage durch das Finanzamt
- Erbschaftsteuer für nichteheliche Lebensgemeinschaften
- Jährlicher Frühjahrsputz im Steuerrecht
- Anforderungen an eine satzungsmäßige Vermögensbindung
- Paketabgabe für Billigimporte ab Juli 2026
- Anforderungen an eine ertragsteuerliche Organschaft
- Ratenweise Abfindung für einen Pflichtteilsverzicht
- Zinsfestsetzung nach Übergang zur Einzelveranlagung
- Gewinngrenze für die Nutzung des Investitionsabzugsbetrags
