Wahlfreiheit für abweichendes Wirtschaftsjahr
Ein Unternehmer kann sich bei der Gründung frei entscheiden, ob er ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr wählt, auch wenn dies besondere steuerliche Vorteile bringt.
Bei der Gründung eines Gewerbebetriebs besteht grundsätzlich die gesetzlich geregelte Möglichkeit, ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr zu wählen. Ein Gestaltungsmissbrauch kann daher im Fall der Inanspruchnahme dieses Wahlrechts nicht grundsätzlich angenommen werden. Gestaltungsmissbrauch liegt nach ständiger Rechtsprechung erst dann vor, wenn eine Gestaltung gewählt wird, die
-
gemessen an dem erstrebten Ziel unangemessen ist,
-
der Steuerminderung dienen soll und
-
durch wirtschaftliche und sonst beachtliche nichtsteuerliche Gründe nicht zu rechtfertigen ist.
Feststellungs- und beweispflichtig für das Vorliegen eines Gestaltungsmissbrauchs ist das Finanzamt.
Die neuesten Artikel aus allen Bereichen
-
- Zurückweisung von Einsprüchen zu Pensionsrückstellungen
- Unzureichende Aktenvorlage durch das Finanzamt
- Erbschaftsteuer für nichteheliche Lebensgemeinschaften
- Jährlicher Frühjahrsputz im Steuerrecht
- Anforderungen an eine satzungsmäßige Vermögensbindung
- Paketabgabe für Billigimporte ab Juli 2026
- Anforderungen an eine ertragsteuerliche Organschaft
- Ratenweise Abfindung für einen Pflichtteilsverzicht
- Zinsfestsetzung nach Übergang zur Einzelveranlagung
- Gewinngrenze für die Nutzung des Investitionsabzugsbetrags
